Spezialtipp

Herzstiche

Bild: SWR/Christel Korte

Sonntag, 18:20 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Herzstiche

Nach Briefen von Cyrano de Bergerac, Regie: Heinz von Cramer. (v.li.): Moritz Stoepel, Heinz von Cramer, Phillip Schepmann, Daniel Kasztura, Thomas Lang

Tagestipp

Heute, 22:15 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Theater im Hörspiel Über Tiere" von Elfriede Jelinek. Mit Sylvie Rohrer. Am Piano: Kurt Böhm, Annalisa Derossi, Hannes Drobetz, Ulrike Fendel, Elisabeth Gerstenecker, Barbara Greiner, Stephanie Hacker, Isabella Hahn, Stefan Kallin, Kyrre Kvam, Wolfgang Tockner und Ekaterina Wladigerova. Ton: Fridolin Stolz und Anton Reininger. Musik und Regie: Ruedi Häusermann (Burgtheater/ORF 2009) Wenn Elfriede Jelinek, die Literaturnobelpreisträgerin, über das Verhältnis von Mann und Frau spricht, kommt sie im Regelfall ohne Umschweife zur Sache. In ihrem 2007 im Kasino des Wiener Burgtheaters uraufgeführten Stück "Über Tiere" lässt sie keinen Zweifel daran, wer die Täter und wer die Opfer sind. Elfriede Jelinek verwendet darin unter anderem polizeilich aufgezeichnete Verkaufsgespräche einer noblen Wiener Escort-Agentur, die junge, zum Teil noch minderjährige Mädchen aus Osteuropa an betuchte Kunden vermittelte. Der Schweizer Theatermann, Musiker und Klangkünstler Ruedi Häusermann hat Jelineks Text eine eigene, zart verwehte Klangwelt entgegengesetzt. Zwölf klagende Klaviere umkreisen den Text, Metronome ticken, die zwölf Pianisten singen, summen und erzeugen einen Sehnsuchtsraum, der Jelineks Text gleichzeitig widerspricht und umfängt. Eine "musikalische Durchquerung" nennt Ruedi Häusermann seine Inszenierung. Gemeinsam mit dem Wiener Burgtheater hat Ö1 eine 90-minütige Radioversion dieses wundersamen Theaterabends hergestellt. Die Schweizer Schauspielerin Sylvie Rohrer wurde - unter anderem dafür - 2007 als beste Schauspielerin mit einem "Nestroy" ausgezeichnet.

Konzerttipp

Heute, 02:07 Uhr Deutschlandfunk

Klassik live

Kissinger Sommer 2019 Sandor Veress Musica concertante für 12 Streicher Felix Mendelssohn Bartholdy Konzert für Violine und Streicher d-Moll Patricia Kopatchinskaja, Violine und Leitung Camerata Bern Aufnahme vom 21.6.2019 aus dem Regentenbau Bad Kissingen

Hörspieltipp

Heute, 18:00 Uhr Bremen Zwei

Hörspiel: Der Nasse Fisch (2/4)

Noch ist Kommissar Gereon Rath neu in Berlin und das mitten in den Mai-Unruhen 1929. Der Kölner ist ehrgeizig und beginnt auf eigene Faust in einem Mordfall zu ermitteln. Dabei ist Rath eigentlich der "Sitte" zugeordnet. Umso mehr scheint der Tote aus dem Landwehrkanal eine willkommene Möglichkeit, die Karriereleiter zu erklimmen. Rath lernt Charly Ritter von der Mordkommission kennen, die als Stenotypistin mit Ermittleraufgaben dem Fall zugeordnet ist. Und die Wasserleiche bleibt nicht die einzige, die ihm Rätsel aufgibt und immer tiefer ins Fadenkreuz anderer zieht. Seine Recherchen führen ihn quer durch das Berliner Nachtleben, ins Russen-Milieu, hinein in die Berliner Unterwelt, die auf ihn aufmerksam wird. Die Hörspielserie zu Babylon Berlin Liter. Vorlage: "Der nasse Fisch" von Volker Kutscher Bearbeitung: Thomas Böhm / Benjamin Quabeck Regie: Benjamin Quabeck Produtkion: RB/WDR/rbb 2018

Featuretipp

Heute, 08:04 Uhr WDR5

Tiefenblick

Oury Jalloh und die Toten des Polizeireviers Dessau (4/5) Opfer minderer Bedeutung Von Margot Overath Ein Asylbewerber aus Afrika verbrennt 2005 im Polizeigewahrsam. Der an Händen und Füßen Gefesselte habe sich selbst angezündet, behaupten die Beamte. 15 Jahre lang scheitert die Justiz trotz mehrfacher Anläufe daran, den Fall aufzuklären - und macht ihn damit zum Politikum. Warum musste Oury Jalloh sterben? Welche Rolle spielten zwei weitere "ungeklärte Todesfälle" in und um die gleiche Polizeiwache? Scheiterte die Aufklärung an dilettantischen Ermittlungen, an Richtern, die sich Polizeibeamte als Täter einfach nicht vorstellen können, oder war es Ergebnis systematischer Vertuschung? Über ein Jahrzehnt hat die Autorin den Fall verfolgt, Akten studiert, mit Zeugen, Polizisten, Staatsanwälten, Brandexperten, Rechtsmedizinern und Kriminologen gesprochen und dabei ein beklemmendes Bild gewonnen. Die Recherchen führen in eine Gemengelage, wie es sie zum Zeitpunkt der Tat nicht nur in Sachsen-Anhalt gab: Brutale Polizeitraditionen aus Vopo Zeiten gepaart mit offenem Alltagsrassismus und gewaltbereitem Rechtsradikalismus - verharmlost von Spitzen der Verwaltung und Politik. Manches davon wurde inzwischen zu einem bundesweiten Problem. Die fünfteilige Feature-Serie dokumentiert die mühsame Suche nach der Wahrheit - über den Tod von Oury Jalloh und zwei weiterer Dessauer Bürger. Er zeigt auch, warum Opfer von Polizeigewalt häufig wenig Chancen haben, und wie Korpsgeist und falsch verstandene Loyalitäten in Strafverfolgungsbehörden zur Gefahr für den Rechtsstaat werden können. Die Autorin erzählt, wie aus einem Polizei- ein Justizskandal wurde, der mittlerweile die politische Ebene erreicht hat. Noch gibt es hierzulande Hoffnung auf späte Aufklärung. Sonst könnte sich bald der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit der Frage befassen, ob es in Deutschland eine zivilisatorische Lücke gibt, wenn es um "Opfer minderer Bedeutung" geht. Aufnahme des WDR 2020 Wiederholung: 22.30 Uhr

Podcast

Deutschlandfunk

Nachrichten vom 07.06.2020, 03:00 Uhr

Autor: Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion Sendung: Nachrichten

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Deutschlandfunk Kultur

Rolltreppen ins Nichts

„Das hier ist die Zukunft und Sie können jetzt sagen, Sie sind dabei gewesen.“ Kultursenator Quickstedt führt eine Gruppe Journalisten über die momentan größte Baustelle Europas. Hier soll eine Cultural Event Mall entstehen, Deutschlands Antwort auf das Centre Pompidou de Paris. Private Investoren aus Hongkong und die öffentliche Hand betreiben das Projekt gemeinsam, doch gearbeitet wird schon seit einiger Zeit nicht mehr. Statt Bauarbeitern sehen die eingeladenen Journalisten überall nur Security-Mitarbeiter. Bald wird klar: Bauleiter Schmidtke ist verschwunden und mit ihm wichtige Unterlagen. Auf der Suche nach einer Erklärung brechen Lokalreporter Grimm und Volontärin Maja nachts in den künftigen Kulturtempel ein und laufen über gigantische Rolltreppen ins Nichts.

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