Tagestipps

Sonntag 18:20 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Herzstiche Nach Briefen von Cyrano de Bergerac Aus dem Französischen von Wolfgang Tschöke Mit: Thomas Lang, Philipp Schepmann, Moritz Stoepel Hörspielbearbeitung: Friederike Roth Regie: Heinz von Cramer (Produktion: SWR 1999) In seinen Briefen zeigt sich Cyrano de Bergerac nicht nur als der raffinierte "Liebesbriefkünstler", als den man ihn immer schon zu kennen glaubte; vielmehr erweist er sich als Virtuose der Sprache des 17. Jahrhunderts, als metaphernverliebter Landschaftsschriftsteller, als ebenso sensibler wie bissiger Beobachter der Sitten seiner Zeit und menschlicher Verhaltensweisen.

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Im Bild versinken Giuseppe Zigaina und Pier Paolo Pasolini Von Klaudia Ruschkowski und Guiseppe Maio Übersetzung: Klaudia Ruschkowski, Karin Fleischanderl u.a. Regie: Giuseppe Maio Mit: Gudrun Gabriel, Felix von Manteuffel, Markus Meyer, Bettina Kurth, Thomas Schendel Ton: Alexander Brennecke Produktion: Deutschlandradio Kultur 2011 Länge: 88"02 Klaudia Ruschkowski und Giuseppe Maio haben den damals 84-jährigen Maler und Dichter Giuseppe Zigaina in seinem Haus in Cervignano im Friaul getroffen, um mit ihm über seine Freundschaft zu Pier Paolo Pasolini zu sprechen. Die beiden Autoren Klaudia Ruschkowski und Giuseppe Maio haben 2011 den damals 84-jährigen Maler und Dichter Giuseppe Zigaina in seinem Haus im Friaul, der nordöstlichsten Region Italiens, besucht, um mit ihm über seine Freundschaft zu Pier Paolo Pasolini zu sprechen. Sie begaben sich auf die Spurensuche einer Männer- und Künstlerfreundschaft. Beide, Zigaina und Pasolini, sind Grenzüberschreiter - jeder auf seine Art, verbunden in tiefer Freundschaft. Pasolinis gewaltsamer Tod trieb Zigaina, die Zeichen zu dechiffrieren, mit denen Pasolini sein Todesprojekt verschlüsselt hat. Um Pasolinis gewaltsamen Tod ranken sich Mythen. Zigaina hat für sich das alchimistische Rätsel gelöst. Hörspiel des Monats Mai 2011. Klaudia Ruschkowski, geboren 1959, Dramaturgin, Autorin, Übersetzerin und Kuratorin. Weitere Hörspiele für Deutschlandradio Kultur u.a. "Schiff im Sturm Berg Mond Meer ganz und gar schwerelos" (Deutschlandradio Kultur 2008), Konzept und Textbearbeitung für "Arabische Apokalypse" (Deutschlandradio Kultur/HR 2013) von Etel Adnan. Giuseppe Maio, geboren 1970 in Süd-Italien, lebt in Berlin. Autor und Regisseur zahlreicher Hörspiele und Features. "I Germanesi" (DLR Berlin 2001, ausgezeichnet mit dem Civis Medienpreis), "XY - Die Wahrheit kommt ans Licht" (Deutschlandradio Kultur 2009), "Der Drehung entgegen - Wie Franz Erhard Walther aus dem Bild ausstieg" (Deutschlandfunk Kultur 2017), "Raumschiff Tonstudio" (Deutschlandfunk Kultur 2018). Als Regisseur und Bearbeiter (mit Klaudia Ruschkowski) "Nacht" von Etel Adnan (Deutschlandradio Kultur 2017, Hörspiel des Monats August 2017) und "Autos" von Enis Maci (Deutschlandfunk Kultur 2019). Im Bild versinken

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Caiman Crap (1 - 2/6) Von Stuart Kummer und Edgar Linscheid Stars in der Krise Musik und technische Realisation: Stuart Kummer und Steffen Jahn Regie: Stuart Kummer Wiederholung: 1Live 08.06. 23.00 Uhr

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Von der Ö1 Bühne beim Wiener Donauinselfest: ein Rückblick Helmut Schleich "Ehrlich" Gestaltung: Bernhard Fellinger Dorfer hat frei Zum 26. Mal hätte Ö1 im Juni sein Kulturzelt beim Wiener Donauinselfest aufgeschlagen. Aufgrund der Corona-Krise wurde das traditionelle Open Air Festival in den September verlegt. CONTRA widmet seit Juni-Programm Kabarettisten und Entertainerinnen, die in den vergangenen Jahren im Ö1 Zelt zu Gast waren. 2017 brachte der bayerische Kabarettist Helmut Schleich sein mit dem Salzburger Stier prämiertes Programm "Ehrlich" auf die Ö1 Bühne. Und er stellte einige Charaktere aus seinem umfangreichen Figuren-Panoptikum vor: angriffslustig referiert sein streitbare Polit-Polterer Heinrich von Horchen über die Demokratiedefizite und er zeigt eine Biergartenfanatiker, der irrtümlich in Tschechows "Kirschgarten" in den Münchener Kammerspielen gelandet ist. Angesichts der derzeit verordneten "Bühnenabstinenz" macht sich Alfred Dorfer Gedanken über das Leben des Kabarettisten abseits des Bühnenalltags. "Satire ist nichts für Stümper" meint Alfred Dorfer und nützt die Auszeit dafür, über sein Genres, dessen Protagonisten die Welt nachzudenken.

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Der Fußball und ich Geschichte einer Abhängigkeit Von Martina Keller Regie: Nicole Paulsen Produktion: SWR/BR/NDR 2019 Mit sechs Jahren verliebte sie sich in den Fußball. Obwohl der damals für Mädchen und Frauen verboten war, kickte sie mit den Jungs auf der Straße. Heute, mit 59, spielt sie wieder im Verein. Es ist die längste Beziehung, die sie je hatte. Samstagnachmittage in Kneipen, die sie normalerweise nicht betreten würde, nur um ihr Team, den BVB, verlieren zu sehen. Martina Keller lässt den 50. Geburtstag einer guten Freundin sausen für ein Champions-League-Finale. Manche Freunde sagen, sie hätten gern so eine Leidenschaft. Aber sie findet das nicht mehr lustig. Sie guckt Bundesliga, Zweite Liga, Pokal, Frauen-EM, Frauen-WM, Premier League, Primera División, Champions League, Europa League, Länderspiele. Gern auch mal U17, U19 oder Saisonvorbereitungsspiele des BVB. Wichtige Partien trägt sie im Kalender ein. Wäre ihr Freund wie sie - nicht auszuhalten. "Ich bin ein weiblicher Nick Hornby. Nur bin ich nicht 35, sondern 59. Ich verarbeite nicht meine Spätpubertät, sondern bin reif für die vorgezogene Altersteilzeit." Sie will loskommen. Aber es gelingt ihr nicht. Sie spielt jetzt sogar wieder. Bei Union 03, Bezirksliga Hamburg West. Die jüngsten im Team könnten ihre Enkelinnen sein. Der Fußball und ich

Sonntag 20:15 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Die Stadt, der Sex, das Schreiben - Das Universum des Paul Nizon Feature von Burkhard Reinartz (DLF 2019) Elias Canetti war sein Trauzeuge, Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt zählten zu seinen Freunden. "Le Monde" nennt den 1929 in Bern geborenen und seit über vierzig Jahren in Paris lebenden Schriftsteller Paul Nizon "den zur Zeit größten Magier der deutschen Sprache". Immer geht es in Nizons Büchern um die Eigenwelt des manischen Schreibkünstlers, seine Jagd nach Glück, Erotik und Leidenschaft. Wie bilanziert Nizon heute sein Leben? Was bleibt, was hat sich für ihn im Alter gewandelt? Gibt es Veränderungen bei seinen großen Themen Einsamkeit und Sex? Was tun, wenn die "Gier nach Frauen" im Alter kein Gegenüber mehr findet? Gibt es weiterhin Augenblicke der "Liebe zur ganzen Existenz"? Wenn Nizon Schreiben und Leben zu Synonymen erklärt: Wie lebt es sich, wenn sich der Schreibstrom langsam ausdünnt? Burkhard Reinartz hat den Schriftsteller in Paris besucht und ist mit ihm durch sein Quartier gestreift.

Sonntag 21:05 Uhr NDR Info

Das Hörspiel

KönigsSohn Nach der gleichnamigen Erzählung von Roswitha Quadflieg Komposition: Lutz Glandien Regie: Beate Ziegs Mit Otto Mellies, Michael Evers, Astrid Meyerfeldt, Sabine Trooger Benestante, Rolf Petersen, Edda Loges, Maria Magdalena Wardzinska, Jürgen Uter, Benjamin Utzerath, Sandra Kob, Jürgen Kupke NDR 2015 Dolf König, Mitte 80, einst gefeierter Opernstar, muss die Demütigung seines Hinauswurfs erleiden. Bei einem opulenten Abendmahl in einem Dorfgasthof zieht er "im Gespräch" mit der stocktauben, steinalten Wirtin seine Lebensbilanz. Zur gleichen Zeit, nicht weniger einsam, feiert in seiner kargen Behausung sein unehelicher Sohn Wolfgang Amadeus, ein beruflich wie privat Gescheiterter, seinen 49. Geburtstag. Die Tafel hat er festlich für einen einzigen imaginären Gast gedeckt: für seinen Vater. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 21:30 - 21:35 Uhr Nachrichten Das Hörspiel

Sonntag 21:05 Uhr Bayern 2

radioFeature

Wie die Eltern von Inhaftierten mitbestraft werden radioFeature von Ralf Bücheler und Frank Wierke BR/HR 2020 Ihr Kind fährt hunderte Male Schwarz. Es betrügt und erpresst. Es dealt oder stellt selber Drogen her. Es missbraucht oder schlägt zu. Die Eltern haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Aber wenn das Kind ins Gefängnis kommt, werden sie trotzdem mitbestraft - oft ein Leben lang. Es gibt keine Gebrauchsanweisung dafür, was man tun soll, wenn das eigene Kind in Haft kommt. Wie fühlt es sich an, wenn die Polizei mit Maschinenpistolen das Eigenheim stürmt, um den Sohn zu verhaften? Wenn das halbe Dorf am Gartenzaun steht und zuschaut. Wie kommt man damit klar, dass das normale Leben in einen Strudel aus Gerichtsterminen und Knastbesuchen gerät? Wie findet man eine Antwort auf die Frage: Was habe ich falsch gemacht? Wie geht man mit den Schuldgefühlen um - und wie mit den Schulden? Denn oft geben Eltern von Inhaftierten viel Geld für Anwalts- und Prozesskosten aus. Einmal im Monat kommen beim "Treffpunkt e.V." in Nürnberg Menschen zusammen, die sich diese Fragen stellen - und die auch Antworten finden. Es ist die einzige Gesprächsgruppe für Eltern von Inhaftierten in ganz Deutschland. Hier können sie frei reden, ihre Ängste mit Anderen teilen und auch Scherze machen, die nur sie verstehen. Für ihr radioFeature durften Ralf Bücheler und Frank Wierke bei einigen dieser Sitzungen dabei sein. Sie berichten über ein Thema, das für viele immer noch ein Tabu ist, das aber mehr Menschen betrifft, als man denkt: Denn in Deutschland sind ungefähr 65.000 Menschen in Haft. Fast alle haben Eltern.

Sonntag 22:15 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Theater im Hörspiel Über Tiere" von Elfriede Jelinek. Mit Sylvie Rohrer. Am Piano: Kurt Böhm, Annalisa Derossi, Hannes Drobetz, Ulrike Fendel, Elisabeth Gerstenecker, Barbara Greiner, Stephanie Hacker, Isabella Hahn, Stefan Kallin, Kyrre Kvam, Wolfgang Tockner und Ekaterina Wladigerova. Ton: Fridolin Stolz und Anton Reininger. Musik und Regie: Ruedi Häusermann (Burgtheater/ORF 2009) Wenn Elfriede Jelinek, die Literaturnobelpreisträgerin, über das Verhältnis von Mann und Frau spricht, kommt sie im Regelfall ohne Umschweife zur Sache. In ihrem 2007 im Kasino des Wiener Burgtheaters uraufgeführten Stück "Über Tiere" lässt sie keinen Zweifel daran, wer die Täter und wer die Opfer sind. Elfriede Jelinek verwendet darin unter anderem polizeilich aufgezeichnete Verkaufsgespräche einer noblen Wiener Escort-Agentur, die junge, zum Teil noch minderjährige Mädchen aus Osteuropa an betuchte Kunden vermittelte. Der Schweizer Theatermann, Musiker und Klangkünstler Ruedi Häusermann hat Jelineks Text eine eigene, zart verwehte Klangwelt entgegengesetzt. Zwölf klagende Klaviere umkreisen den Text, Metronome ticken, die zwölf Pianisten singen, summen und erzeugen einen Sehnsuchtsraum, der Jelineks Text gleichzeitig widerspricht und umfängt. Eine "musikalische Durchquerung" nennt Ruedi Häusermann seine Inszenierung. Gemeinsam mit dem Wiener Burgtheater hat Ö1 eine 90-minütige Radioversion dieses wundersamen Theaterabends hergestellt. Die Schweizer Schauspielerin Sylvie Rohrer wurde - unter anderem dafür - 2007 als beste Schauspielerin mit einem "Nestroy" ausgezeichnet.

Sonntag 23:03 Uhr SWR2 Rheinland-Pfalz

SWR2 Musikpassagen

Blond Endlich aus dem Schatten getreten Von Bernd Gürtler Mit "Martini Sprite" legen Blond ein Debütalbum vor, das in Erinnerung bleiben wird. Ab sofort sollte es unnötig sein, auf die familiäre Verknüpfung mit Kraftklub und AG Geige hinzuweisen. Die Chemnitzer Rockband um Nina und Lotta Kummer sowie Johann Bonitz ist endlich aus dem Schatten getreten.

Sonntag 23:04 Uhr WDR3

WDR 3 Studio Neue Musik

Mit Johannes Zink Magnetische Gitarre (2) Die E-Gitarre hat ein großes klangliches Potential - zwischen Gewalt und Zärtlichkeit. Sie kann Neubauten zum Einstürzen bringen, Flugzeuge samt Nationalhymnen, à la Hendrix, aufheulen und abstürzen lassen, aber auch ganz leise, unendliche feine Töne produzieren. Die E-Gitarre scheint im klassischen Bereich zunächst wie ein Fremdkörper. Doch fügt sie sich nachweislich gut in das Klangbild der Moderne ein, ja sie bereichert es auf mannigfache Weise. Längst hat sie sich von ihrer Herkunft, Rock und Jazz, emanzipiert, viele Komponist*innnen lieben ihren variablen Sound, der sich mit anderen Klangkörpern bestens mischt und sich auch solistisch gut absetzt. Inzwischen gibt es sogar Solokonzerte, etwa von Tristan Murail, Luca Fancesconi oder Juliana Hodgkinson, die das exotische Instrument mit dem klassisch sinfonischen Klangkörper verbinden. Fredrik Zeller: Mal Strom - mal kein Strom für 5 elektrische Gitarren Pierluigi Billone: OM ON für 2 E-Gitarren Lois V. Vierk: Go Guitars für 5 elektrische Gitarren Tristan Murail: Contes cruels für 2 E-Gitarren und Orchester Yaron Deutsch, Tom Pauwels, Wiek Hijmans und Seth Josel, E-Gitarre; Netherlands Radio Philharmonic, Leitung: Pierre-André Valade

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